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Nachrichtenagenturen: Türkische Anatolia expandiert - Deutscher Dienst geplant

Erstmals hat Kemal Öztürk, Chef der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (zu deutsch: Anatolia), über die Expansionspläne der türkischen Staatsagentur gesprochen. Bis 2020 will er auch einen deutschen Nachrichtendienst anbieten.

Berlin - Kemal Öztürk verfolgt dabei ein großes Ziel. Die "Anatolische Agentur" soll in den nächsten Jahren zu den fünf größten Nachrichtenagenturen der Welt gehören. Wachsen will "AA" mit mehr Angeboten. Als Zeichen des Miteinanders in der Türkei plant die Agentur, bereits im September 2013 einen kurdischen Dienst anzubieten.

Die Anadolu Ajansi bietet damit bis Ende 2013 ihre Dienste in sechs Sprachen an - Türkisch, Englisch, Arabisch, Bosnisch, Russisch und Kurdisch.

 

Die türkische Nachrichtenagentur Anatolia will bis 2020 auch einen deutschsprachigen Dienst anbieten.

 

Mit seinen Plänen im Mittleren Osten und in Nord-Afrika will Kemal Öztürk vor allem die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) hinter sich lassen. "Wir sind Kinder der Region", so Öztürk in einer Mitteilung, diesen Heimvorteil wolle er ausspielen. AFP, sagt Öztürk, sei zwar seit 44 Jahren in der Region präsent, Anatolia verstehe die Menschen in der Region und ihre Bedürfnisse aber besser.

Schon Ende des Jahres, so Öztürks Plan, liege Anatolia in der Region vor AFP, Reuters und dem Arabischen Dienst der BBC. Der Arabische Dienst von AA produziere heute bereits täglich 200 Nachrichten.

Die Expansionspläne gehen aber noch weiter. Bis 2020 möchte Kemal Öztürk weitere Dienste anbieten - unter anderem auf Deutsch, Französisch, Persisch, Chinesisch und Spanisch.

Derzeit hat die Anadolu Ajansi, gegründet am 6. April 1920 vom späteren Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk während des Türkischen Befreiungskrieges, laut eigenen Angaben über 2000 Abonnenten, rund 1500 Nachrichten werden täglich veröffentlicht, 1000 Fotos und 200 Videos und Grafiken werden an Kunden weltweit ausgeliefert.

Für die türkische Staatsagentur berichten Korrespondenten außerhalb der Türkei unter anderem aus Berlin, Jerusalem, Washington, Brüssel; der arabische Dienst arbeitet von Kairo aus, der Balkan-Desk steht in Sarajevo.

Bülend Ürük

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