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Droht bei RTL ein Stellenabbau in dreistelliger Höhe?

Droht bei RTL ein Stellenabbau in dreistelliger Höhe? Thomas Rabe

Morgen will Thomas Rabe informieren, wie es bei RTL Deutschland weitergeht. Die übliche Karnevalsfeier bei RTL Deutschland wurde schon mal vorsorglich abgesagt.

Hamburg/Köln – Morgen, Dienstag will Thomas Rabe informieren, wie es bei RTL Deutschland weitergeht. Dabei könnte es um mehr als die Zukunft der G+J-Magazine gehen. Wie DWDL berichtet, könnte es bei RTL zu einem massiven Stellenabbau kommen.

 

Thomas Lückerath, Gründer und Chefredakteur des Medienmagazins DWDL, schreibt:

„Spannend wird der kommende Dienstag aber auch, weil es mehr offene Fragen gibt als die G+J-Titel in Hambug: Während öffentlich fast ausschließlich die Zukunft der Gruner+Jahr-Marken diskutiert wurde, umfasst ,Project ONE‘ noch viel weitgehendere Veränderungen bei RTL Deutschland. Seit Monaten hat man dafür Unternehmensberater im Haus, die nicht nur in Hamburg sondern auch Köln alles auf den Prüfstand stellen. Bei allen Abteilungen wurden Vorschläge für Einsparmöglichkeiten eingefordert, sicher nicht ohne Konsequenzen.“

 

Nach Lückeraths Informationen rechnet man im Hause RTL Deutschland mit einem Stellenabbau in insgesamt dreistelliger Höhe. Ob es auch dazu am Dienstag bereits Informationen gebe, bleibe abzuwarten. Der Februar sei für die Kommunikation jedoch angepeilt geworden. „Vorsorglich wurde die übliche Karnevalsfeier bei RTL Deutschland schon vor einiger Zeit abgesagt. Der Februar wird spannend, nicht nur in Hamburg“, so Lückerath bei DWDL.

 

Im Intranet von RTL Deutschland wird ein „Townhall Hamburg“ bei G+J am Baumwall für den kommenden Dienstag, 9 Uhr, angekündigt. Danach folgt um 10:30 Uhr ein „All Hands RTL Deutschland“-Termin als Videocall für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses. In Hamburg werden die Führungskräfte Thomas Rabe, Stephan Schmitter und Xenia Meuser vor Ort sein, Matthias Dang, Andreas Fischer und Ingrid Heisserer werden aus Köln zugeschaltet.

 

Dann könnten auch die G+J-Mitarbeiter endlich Antworten bekommen. Nach Lars Haider vom „Abendblatt“ macht auch Thomas Lückerath von DWDL einigen von ihnen Hoffnung: Die Sorge, dass allein der „Stern“ bei RTL bleibe, sei nach DWDL.de-Informationen unbegründet. Lars Haider hatte am Donnerstag geschrieben: „Nach Informationen des ,Hamburger Abendblatts‘ könnten die Berichterstattung der vergangenen Tage und die Proteste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter doch noch einmal Bewegung in die Diskussionen gebracht haben, die bei Bertelsmann in Gütersloh geführt werden.“

 

Indes fordert der Deutsche Journalisten-Verband am Freitag die Führung des Bertelsmann-Konzerns auf, alle journalistischen Arbeitsplätze beim Privatsender RTL und bei den früheren Gruner + Jahr-Zeitschriften zu erhalten. Man reagiere damit auf Berichte, nach denen ein Stellenabbau in dreistelliger Höhe drohe.

 

„Auf den Fehler, die Traditionsmarke Gruner + Jahr zu streichen, darf jetzt nicht auch noch die Streichung qualifizierter journalistischer Arbeitsplätze folgen“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Die Personalstärke der Redaktionen beim Sender RTL wie bei den Zeitschriftentiteln müsse ungekürzt erhalten bleiben. „Sonst droht ein schleichender journalistischer Qualitätsverlust.“

 

Der DJV-Vorsitzende erwartet von der Bertelsmann-Führung, die Mitarbeiter über die geplanten Maßnahmen am kommenden Dienstag umfassend aufzuklären. „Die seit Monaten andauernde Hängepartie ist den Kolleginnen und Kollegen nicht länger zuzumuten.“