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Buzzfeed-Chefredakteur Daniel Drepper: „Haltung nicht mit Meinung verwechseln“

Buzzfeed-Chefredakteur Daniel Drepper: „Haltung nicht mit Meinung verwechseln“ Daniel Drepper, CR Buzzfeed: „Haltung ist kein Freibrief, Fakten mit Meinung zu vermischen.“

Was junge Journalisten und Journalistinnen umtreibt, hat das „medium magazin“ gebündelt in 30 Fragen. Antworten darauf geben Chefredakteurinnen, Wissenschafter und Medienprofis.

Frankfurt - 30 Fragen zu Journalismus und Medien der „30 unter 30“-Journalistentalente hat das „medium magazin“ zusammengefasst. Eine davon ist die Frage der Haltung: Wie können wir journalistisch objektiv bleiben, inwieweit müssen wir Haltung zeigen angesichts des erstarkten Rechtsextremismus? Gibt es eine Trennlinie zwischen Journal- und Aktivismus?

 

Daniel Drepper, Chefredakteur Buzzfeed Deutschland antwortet im „medium magazin“: 

„Wir sind nicht im Krieg, wir sind bei der Arbeit.“ Dieser Satz stammt von Marty Baron, dem besten Chefredakteur der Welt („Washington Post“). Und ich halte ihn für die perfekte Antwort an alle, die jetzt nach mehr Haltung rufen, weil sie den Rechtspopulismus bekämpfen wollen. Denn was viele meinen, ist nicht Haltung, sondern Meinung. Und davon gibt es nicht zu wenig, davon gibt es viel zu viel. 

 

Ja, es stimmt, es gibt keine Objektivität, alles ist subjektiv. Und ja, natürlich darf ich eine Haltung haben. Ich sollte Haltung nur niemals mit Meinung verwechseln. 

 

Haltung ist wie ein Geländer: Ich kann mich an ihr festhalten, wenn ich bei meinen Entscheidungen eine Stütze brauche. Aber das ist kein Freibrief, Fakten mit Meinung zu vermischen. Im Gegenteil. 

In polarisierten Debatten ist es umso wichtiger, dass ich meine Arbeit nachvollziehbar mache. Indem ich offenlege, auf welchem Weg und warum ich zu dem Ergebnis gekommen bin, das ich meinen Nutzerinnen als „bestmögliche Version der Wahrheit“ präsentiere. 

 

Und zur Trennlinie zwischen Journal- und Aktivismus?

Aktivisten sind sich sicher, die Antwort zu kennen – und auch die daraus zu ziehenden Schlüsse. Sie wollen Veränderung erzwingen und zweifeln selten. Sie haben eine starke Meinung. Journalistinnen stellen Fragen und versuchen, sich einer Antwort zu nähern. Sie bereiten zwar oft das Feld für Veränderungen, aber zweifeln doch fast immer.  

 

Antworten auf weitere Fragen der Nachwuchsjournalisten finden Sie im aktuellen „medium magazin“.

 

 

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