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Gabor Steingart und Mathias Döpfner: „It takes two to tango“

Gabor Steingart und Mathias Döpfner: „It takes two to tango“ Mathias Döpfner und Gabor Steingart (r., Foto: Fabian Matzerath/Bild)

The-Pioneer-Gründer Gabor Steingart wirbt für den Bau eines dritten Medienschiffs auf dem Main. Das Projekt soll sich auf Finanzjournalismus, Kapitalmarktbildung und Community-Angebote konzentrieren. Wieviel er investieren will.

Berlin – Media-Pioneer-Gründer Gabor Steingart hat sich vor einigen Wochen mit Mathias Döpfner getroffen, dem Chef des Springer-Konzerns und Mitgesellschafter bei The Pioneer. „Ohne seine Zustimmung kann ich denken und schreiben, was ich will. Aber ohne seine Zustimmung kann ich nicht investieren, wie ich will. Oder wie die Amerikaner sagen würden: „It takes two to tango“, erzählt Steingart in seinem The Pioneer Morning Briefing vom Montag. Die Bauskizze, die Steingart damals in der Tasche hatte, drehte sich um eine Pioneer Three, ein neues Medienschiff, das künftig vor der Frankfurter Bankenskyline auf dem Main kreuzen soll.


„Das neue Schiff soll in meiner Vorstellung dreistöckig sein: 600 Tonnen Schiffsstahl. 4000 kWh Silizium-Batterieleistung für den Elektroantrieb. Mehr als 1000 m² Innenraum auf 80 m Länge und elf Meter Breite. Platz für 400 Menschen. Im Zentrum ein großer Newsroom mit Flatscreens und Bloomberg-Terminals. Auf dem Oberdeck Platz für sommerliche Round-Table-Gespräche und elegante Empfänge“, beschreibt der Gründer und Chefredakteur von The Pioneer.


„Kathedrale des Kapitalismus“, steht über der Bauskizze. Steingart erklärt, wenn Deutschland sich an den Kapitalmarkt anschließe, was derzeit vor allem Menschen unter 40 täten, brauche es eine von Banken und US-Techgiganten unabhängige finanzielle Bildung, professionelle Aktienanalyse und jemanden, der den Austausch mit Gleichgesinnten organisiere. Oder in Geschäftsfelder übersetzt: Education, Reporting, Community.


Über 40 Millionen Euro seien für die Expansion nach Frankfurt nötig. Das neue Schiff sei nicht günstiger als die anderen beiden: Dutzende Investment-Experten und über 50 neue Journalisten und Pädagogen zum Erstellen von Lerninhalten würden gebraucht. Dazu: KI-Technik und App-Entwicklung. Am Ende müssten auch Kapitän und Crew angeheuert werden.


Die Pioneer Three soll als weithin sichtbare Einladung für eine neue Generation von Investoren dienen. „Als selbstbewusstes Symbol einer Zeit, die Zukunft nicht mit Zumutung, sondern mit Zuversicht übersetzt.“ Steingarts Mission: die Demokratisierung des Kapitalismus. „Wir wollen die zeitgemäße Übersetzung von Ludwig Erhards ,Wohlstand für Alle‘ liefern. Deutschland schafft sich nicht ab, wie Thilo Sarrazin einst meinte, sondern legt jetzt erst richtig los: Aus Kindern werden Leute; und aus Leuten werden Investoren.“


Steingart beschreibt Döpfners Reaktion so: „Das Projekt ist größenwahnsinnig. Aber wahrscheinlich braucht es in unserer festgefahrenen deutschen Situation genau das, eine Portion Größenwahn.“ Döpfner sei schließlich „on fire“ gewesen. „Vor mir saß der wagemutige Verleger, auf den ich gehofft hatte.“


Steingart formuliert in seinem Morgennewsletter auch ein konkretes Ziel für sein Vorhaben: Das Engagement am Kapitalmarkt brauche einen anderen Menschentypus – beweglicher, wacher, informierter. Warten funktioniere hier nicht. Die Pioneer Three will diesen Mentalitäts- und Kulturwandel in Deutschland nicht nur beschreiben, sondern befördern. „Wir wollen aus aufgeweckten jungen Menschen, die vom staatlichen Rentensystem nichts zu erwarten haben, aufgeklärte und wohlhabende Menschen machen. Wohlstand durch eigene Leistung, nicht durch Umverteilung.“


Auch zum neuen Finanzmarkt-Podcast Frontrunners, der ab heute börsentäglich um 5 Uhr erscheint, gibt es Infos. Dieser werde mit KI-Technik produziert. „Das bedeutet, wir schaffen es, in minimaler Produktionszeit die Kapitalmarktbewegungen der ganzen Nacht und damit den Vorlauf für DAX, Euro Stoxx und Dow Jones abzubilden. Mich hören Sie erstmals mit einem KI-trainierten Stimm-Double, das so denkt, fühlt und klingt wie ich“, kündigt Steingart an.

 

 

 

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