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Journalistin und Frauenrechtlerin im Iran langer Haft verurteilt

Hengameh Schahidi ist eine der renommiertesten Journalistinnen des Landes. Sie arbeitete als freie Journalistin für mehrere Zeitungen und war eine der ersten mit einer eigenen politischen Webseite.

Teheran (dpa) − Ein iranisches Revolutionsgericht hat die Journalistin und Frauenrechtlerin Hengameh Schahidi wegen angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Schahidi setzt sich seit Jahren immer wieder für Menschen- und insbesondere Frauenrechte ein. Ihr Anwalt kündigte an, er werde das Urteil anfechten.

Der 43-Jährigen wird neben Gefährdung der nationalen Sicherheit auch Propaganda gegen das islamische Regime und Beleidigung der Justiz vorgeworfen. Laut Justiz wollte sie vor kurzem ins Ausland fliehen, sei aber auf der Touristeninsel Kisch in Südiran von der Polizei erkannt und erneut festgenommen worden.

Schahidi ist eine der renommiertesten Journalistinnen des Landes. Sie arbeitete als freie Journalistin für mehrere Zeitungen und war eine der ersten mit einer eigenen politischen Webseite. Für ihre Berichterstattung aus Afghanistan und Irak wurde sie sogar im Iran mit einem Journalistenpreis ausgezeichnet.  

Aber wegen ihrer reformorientierten und islamkritischen Ansichten stand sie auch immer Visier der iranischen Justiz. Auch ihre liberalen Ansichten über Menschen- und Frauenrechte, besonders die Abschaffung der Steinigung für iranische Ehebrecherinnen, war den Hardlinern immer ein Dorn im Auge. Seit den Unruhen 2009 im Zusammenhang mit angeblicher Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl wurde sie mehrmals festgenommen.

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