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Wirtschaftsressorts im Visier

Wirtschaftsressorts im Visier André Kieserling (Screenshot: YouTube)

Soziologe André Kieserling kritisiert in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ den Wirtschaftsjournalismus als zu managerorientiert. Tageszeitungen müssten Wirtschaftsthemen stärker aus Sicht der breiten Leserschaft erzählen.

Frankfurt – Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hat einen ungewöhnlichen Debattenbeitrag zum Wirtschaftsjournalismus veröffentlicht. Darin wirft der Bielefelder Soziologe André Kieserling den Wirtschaftsressorts vor, sich zu stark an den Interessen von Managern und Entscheidern zu orientieren und die Interessen einer breiten Leserschaft aus dem Blick zu verlieren, berichtet die „Wirtschaftsjournalist:in“.

 

Kieserling argumentiert in der F.A.S., Tageszeitungen müssten Wirtschaftsthemen stärker für ein allgemeines Publikum aufbereiten. Als mögliche Alternative zum klassischen Wirtschaftsjournalismus skizziert er eine stärker personalisierte Berichterstattung, die wirtschaftliche Entwicklungen über handelnde Personen und deren Verantwortung erzählt. Dabei beruft er sich unter anderem auf die Medienkritik von Peter Glotz sowie auf eine dänische Studie zum Rollenverständnis von Wirtschaftsjournalisten.

 

Der Soziologe bezeichnet den Wirtschaftsteil als jene Sparte der Tageszeitung, die seit rund einhundert Jahren besonders häufig kritisiert werde. Seine zentrale These: Viele Wirtschaftsressorts berichteten vor allem über Themen, die für Führungskräfte relevant seien, während Arbeitnehmer, Verbraucher und andere Teile der Leserschaft vergleichsweise wenig Beachtung fänden.

 

 

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