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NDR streicht „Extra 3“-Beitrag zu Grönland nach Kritik

NDR streicht „Extra 3“-Beitrag zu Grönland nach Kritik Maxi Schafroth (NDR/Ralf Pleßmann)

Nach massiver Kritik an einem Dreh in Grönland hat der Sender einen Beitrag der Satiresendung kurzfristig aus dem Programm genommen und sich öffentlich entschuldigt.

Hamburg – Der NDR hat einen umstrittenen Beitrag der Satiresendung „Extra 3“ über Grönland aus dem Programm genommen und stattdessen eine Entschuldigung ausgestrahlt. Das berichtet der „Spiegel“.

In der Sendung am Donnerstagabend verzichtete „Extra 3“ auf die geplante Schlusspointe mit Comedian Maxi Schafroth und zeigte stattdessen eine mehrere Minuten lange Erklärung von Moderator Christian Ehring.

 

Hintergrund ist eine Aktion Schafroths in der grönländischen Hauptstadt Nuuk, bei der er sich Ende Januar offenbar als Vertreter der US-Regierung ausgab und Interviews mit Einwohnern führte. Auch der Versuch, eine US-Flagge zu hissen, sorgte für Empörung.

 

Die Bürgermeisterin des Verwaltungsbezirks Kommuneqarfik Sermersooq, Avaaraq Olsen, sprach von „rücksichtslosem Verhalten“ in einer Gemeinschaft, die bereits unter psychologischem Druck stehe. Laut NDR wurde im Zusammenhang mit der Aktion auch ein Bußgeld verhängt, wie der Sender dem „Spiegel“ bestätigte.

 

Schafroth räumte ein, man habe sich „vergriffen“ und den eigenen Spieltrieb überzogen, betonte aber, dass eine Entschuldigung inzwischen angenommen worden sei. Ehring erklärte, es sei ein Fehler gewesen, „eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist, als Kulisse“ für Satire zu nutzen. Satire und Realität lägen in diesem Fall näher beieinander „als die USA und Grönland“.

 

 

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