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KNA

Proteste gegen DW-Sparpläne im deutschen Programm

Mitarbeitende der Deutschen Welle wenden sich in einem offenen Brief gegen geplante Einsparungen im deutschsprachigen Angebot. Sie kritisieren drastische Kürzungen und warnen vor einem Bedeutungsverlust der deutschen Sprache im Sender.

Bonn (KNA) – Begeistert war bei der Deutschen Welle niemand, als im Februar die Budgetkürzungen bekannt wurden. Nun wenden sich Mitarbeiter gegen die Politik und die eigene Geschäftsführung – aus Sorge um das deutsche Programm.

 

Bonn (KNA) Zahlreiche Mitarbeiter der Deutschen Welle (DW) protestieren gegen die angekündigten Sparmaßnahmen im deutschsprachigen Programm des Senders. In einem offenen Brief schrieben die Beschäftigten am Mittwoch, Deutsch werde bei der Deutschen Welle bald wohl kaum noch eine Rolle spielen. Grund dafür seien die Einsparungen beim deutschen Programm, die nötig wurden, weil der Bundestag dem Sender zehn Millionen Euro aus dem Etat gestrichen hatte und elf Millionen Euro Mehrkosten bei Gehältern entstanden seien.

 

Der Sender müsse mit fünf Prozent weniger Geld auskommen, so die Beschäftigten. „Bei Deutsch – einst Flaggschiff des vom deutschen Steuerzahler finanzierten Auslandssenders – will die DW-Geschäftsleitung allerdings nicht fünf, sondern 50 Prozent einsparen“, so der offene Brief. In den vergangenen Jahren sei das deutsche Programm außerdem bereits massiv heruntergekürzt worden, so die Mitarbeiter weiter.

 

DW-Intendantin Barbara Massing hatte die Kürzungen des Etats im Februar als schmerzhaft bezeichnet. Auf Anfrage des KNA-Mediendienstes betont eine Sprecherin, die Deutsche Welle richte ihr Sprachportfolio gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag konsequent an internationalen Bedürfnissen, journalistischer Wirksamkeit, der globalen Wettbewerbssituation sowie den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen aus.

 

„Wirkungsvolles Alleinstellungsmerkmal“

Im Zuge der Sparmaßnahmen würden Journalismus und integrierte Sprachlernelemente zu einem klar profilierten Gesamtprodukt verbunden, so die Sprecherin: „Mit der Neuaufstellung etabliert die DW ein wirkungsvolles Alleinstellungsmerkmal: ein aktuelles, journalistisches Angebot zum Deutschlernen, das weltweit wahrgenommen wird.“ Die gesetzlichen Vorgaben, die die Deutsche Welle unter anderem mit der Förderung der deutschen Sprache beauftragen, sollen weiterhin erfüllt werden, so der Sender.

 

Das überzeugt die Unterzeichner des offenen Briefes offenbar nicht: „Kann man wirklich von einer Förderung der deutschen Sprache sprechen, wenn die DW große Teile des deutschsprachigen Angebots abschafft und dem verbleibenden Rest nun noch das Budget halbiert?“, fragt die Protestnotiz. Außerdem bezweifeln die Mitarbeiter, dass man mit der Hälfte des Geldes gleichzeitig ein journalistisches Angebot machen und Interessierten Deutsch beibringen könne.

 

 

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