Vermischtes
KNA

Schon wieder: Antisemitismus-Vorwürfe gegen freie Mitarbeiter der Deutsche Welle

Zwei freie Mitarbeiter sollen sich einem Bericht zufolge israelfeindlich geäußert haben. Der Sender stellt die Zusammenarbeit vorerst ein.

Bonn (KNA) – Der deutsche Auslandsrundfunk Deutsche Welle (DW) arbeitet nach Antisemitismus-Vorwürfen vorläufig nicht mehr mit zwei freien Mitarbeitern zusammen. Das gab der Sender am Mittwoch auf seiner Internetseite bekannt. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, dass zwei freie Mitarbeiter des Senders auf privaten Social-Media-Profilen israelfeindliche Bilder und Kommentare verbreitet hätten. Die DW will die Vorwürfe prüfen und die Zusammenarbeit so lange aussetzen.

Betroffen sei eine Mitarbeiterin, die seit 2025 testweise für die DW im Irak im Einsatz gewesen sei, so der Sender in seiner Stellungnahme. Sie soll unter anderem den damaligen US-Präsidenten Joe Biden am 7. Oktober 2023, dem Tag des Angriffs der Terrororganisation Hamas auf Israel, auf Facebook als „zionistischen Hund“ beleidigt haben. Außerdem soll sie eine Landkarte der Region geteilt haben, auf der die palästinensischen Gebiete und Israel gemeinsam im Muster eines Palästinensertuchs dargestellt gewesen seien.

Ein weiterer Mitarbeiter, der seit 2020 für die Deutsche Welle arbeitet und aus dem Gazastreifen über den Krieg gegen die Hamas berichtet hat, soll auf seinem Instagram-Account unter anderem islamistische Terroristen als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet haben, wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Auch er soll Landkarten der Region verbreitet haben, auf denen Israel nicht als eigenständiger Staat zu sehen ist.

Berichterstattung laut Sender nicht betroffen
Die DW betont, die Posts seien dem Sender nicht bekannt gewesen. Nachdem das Haus in der Vergangenheit wiederholt mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert war, gehört eine Prüfung auf möglicherweise entsprechende Einstellungen seit 2023 zum Einstellungsprozess der Deutschen Welle. Dafür werden dem Sender zufolge auch Social-Media-Konten gesichtet, allerdings nur solche, die öffentlich und beruflich genutzt werden. Eine Überprüfung privater Äußerungen gebe es ohne Anlass nicht, hieß es weiter.

Zu Beginn der Zusammenarbeit müssen sich Mitarbeiter aber zum „Code of Conduc“ der Deutschen Welle bekennen, der auch ein Bekenntnis zum Existenzrecht Israels enthält. Die DW will die Vorwürfe nun prüfen, betont aber, dass sie nicht die Berichterstattung des Senders beträfen.

Die DW ist Deutschlands internationale Informationsanbieterin. Sie verbreitet Nachrichten und Informationen in 32 Sprachen in alle Welt. Die TV-, Online- und Radioangebote der DW erreichen laut Darstellung des Senders jede Woche 337 Millionen Nutzende. Das Programm wird aus Steuergeldern finanziert.

 

 

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