Vermischtes
Newsroom – Marc Bartl

WDR plant Abbau von rund 133 Stellen bis 2030

Der WDR stellt bis Ende 2027 insgesamt 76 Fernseh-, Podcast- und Social-Media-Angebote ein. Zugleich soll bis 2030 jede dritte durch Verrentung frei werdende Stelle nicht nachbesetzt werden.

Köln – Der WDR stellt bis Ende 2027 insgesamt 76 seiner Angebote ein: Fernsehsendungen, Podcasts und Social-Media-Formate. Zudem plant der Sender Einschnitte beim Personal: Jede dritte durch Verrentung frei werdende Stelle soll bis 2030 nicht neu besetzt werden. Konkret handelt es sich laut Angaben von Intendantin Katrin Vernau gegenüber der Rheinischen Post um rund 133 Stellen. Bei knapp 4.000 Beschäftigten beim WDR sei das zwar „nicht sehr viel“, aber dennoch ein deutlicher Abbau, sagte Vernau der Zeitung.


Mit den Maßnahmen will der Sender seine Ressourcen stärker ins Digitale verlagern. In einer eigenen Mitteilung begründet Vernau den Schritt mit der sich verändernden Mediennutzung, steigenden Kosten und einer ungewissen Finanzierung: Derzeit seien noch gut drei Viertel der Ressourcen im klassischen linearen Programm gebunden. Bereits im Frühjahr hatte der WDR angekündigt, sein Portfolio von rund 600 auf 300 Angebote im Jahr 2030 zu verkleinern; bis zu 100 neue Angebote sollen im Gegenzug entstehen. Welche weiteren Angebote eingestellt werden, soll im Frühjahr 2027 entschieden werden.


Zu den nun wegfallenden Formaten zählen laut WDR-Mitteilung etwa das Fernsehmagazin „Frau tv“, die WDR-4-Sendung „Satire am Sonntag“ sowie die digitalen Angebote „Studio M“ und „Lisas Paarschitt“; rund um den WDR-Arzt „Doc Esser“ enden Website, Facebook-Gruppe, Newsletter und Podcast. Andere Formate wie „Erlebnis Erde“ werden komplett ins Digitale verlagert, die Fernsehausstrahlung entfällt. Dokumentationen sollen künftig zunächst für die ARD-Mediathek produziert und erst danach im linearen Fernsehen zweitverwertet werden. Das lineare TV-Programm selbst soll sich laut dpa-Bericht künftig auf die Zeit zwischen 17 und 22.15 Uhr konzentrieren, in der laut Vernau die meisten Zuschauer erreicht würden.


Auch freie Mitarbeitende sind von den Veränderungen betroffen: Das Auftragsvolumen für sie werde sinken, sagte Vernau der Rheinischen Post; wie viele Personen konkret betroffen sein werden, könne der Sender derzeit noch nicht beziffern. Die Gewerkschaft Verdi rechnet mit deutlichen Folgen für die Beschäftigten und übt zugleich grundsätzliche Kritik: „Eine Rundfunkpolitik, die von den Bundesländern verantwortet wird, spart die Sender kaputt und führt damit auch zu weniger Sendungen für die Breite der Gesellschaft“, sagt Christoph Schmitz-Dethlefsen vom Verdi-Bundesvorstand. Zudem kritisiert die Gewerkschaft das Vorgehen der WDR-Führung: Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Sender bislang nicht offen im Rundfunkrat und gegenüber der Belegschaft kommuniziert habe, nun aber bereits konkrete Zahlen zum Stellenabbau vorlege.


Der Umbau betrifft nach WDR-Angaben zudem Technik und Verwaltung: Bis 2030 sollen rund 20 Prozent der Stellen aus klassischen Produktionsbereichen in technologieorientierte Aufgabenfelder verlagert werden. Bis Ende 2028 will der WDR zudem seine Büro- und Produktionsflächen gegenüber 2017 um rund 100.000 Quadratmeter reduzieren, um Infrastrukturkosten zu senken.

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.