Journalistenpreise vom 08.03.2010
Handtaschl-Preisträger des Frauennetzwerk Medien: Christian Ortner und Dietmar Mascher
"Auszeichnung für herabwürdigende Äußerungen und Ignoranz gegenüber Frauen und ihren Leistungen? geht an österreichische Journalistenkollegen.
Wien - Das neue ?Handtaschl? ist da: Bereits zum sechsten Mal prämiert das Frauennetzwerk Medien ?jenseitige? Äußerungen über Frauen in der öffentlichen Diskussion oder medialen Berichterstattung mit der Trophäe in knallrosa. Bewertet werden ?offensichtlicher Sexismus ebenso wie herabwürdigende Äußerungen, klischeehafte Darstellungen oder völlige Ignoranz gegenüber Frauen und ihren Leistungen?, so die Vorsitzende des unabhängigen Vereins der Medienfrauen, Karin Strobl.
?Diese Auszeichnung gleichermaßen ehrlich verdient? hätten sich für das Jahr 2009 Dietmar Mascher und Christian Ortner, so Strobl: ?Journalisten, die eine schlechtere Bezahlung von Frauen gegenüber Männern mit geringerer Leistungsbereitschaft rechtfertigen (Mascher) oder im Fall einer Einkommensgerechtigkeit gar ,logisch zwingend? (Ortner) einen Staatsbankrott an die Wand malen?.
Beide bezogen sich auf eine Forderung von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nach gleicher Bezahlung für gleiche Leistung. Dietmar Mascher, Wirtschafts-Ressortleiter der "OÖNachrichten", stellte gleich Willen und Möglichkeiten von Frauen massiv in Frage: ?Es hat vielleicht mit Leistung, Leistungsbereitschaft und auch ein bisschen mit Angebot und Nachfrage zu tun?. Christian Ortner, Kolumnist und Autor mit eigenem Online-Blog, das sich als ?Das Zentralorgan des Neoliberalismus? versteht, sah gar den Staatsbankrott heran dräuen: ?Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern zu verhindern, hieße (...) logisch zwingend (?) steigende Lohnstückkosten, geringere Wettbewerbsfähigkeit, letztlich erhöhte Insolvenzneigung.?