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KNA

Umfrage: Nur fünf Prozent nutzen KI-Chatbots für Nachrichten

Das Internet ist für die Mediennutzung unverzichtbar. Ihre Nachrichten suchen viele Deutsche aber auch online weiterhin bei klassischen Medienmarken. KI und Influencer ersetzen den Journalismus nicht, zeigt eine Umfrage.

Hamburg (KNA) – KI-Chatbots spielen für die Nachrichtennutzung in Deutschland offenbar eine sehr geringe Rolle. Das zeigt der diesjährige Reuters Digital News Report, der in der Nacht von Montag auf Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach nutzen in Deutschland nur fünf Prozent der Befragten KI-Chatbots, um sich über aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. Wenn sie zum Einsatz kommen, dann vor allem, um Nachfragen zu Nachrichten zu stellen, Inhalte zusammenzufassen oder Quellen zu bewerten.

 

Auch andere alternative Zugänge zu Nachrichten haben sich demnach bislang nicht flächendeckend durchgesetzt. Jüngere Zielgruppen setzen zwar teilweise auf Influencer, die sich mit dem Nachrichtengeschehen beschäftigen. Diese ersetzen die klassischen Nachrichtenquellen aber selten: Nur zehn Prozent derer, die Inhalte von Influencern zu Nachrichten konsumieren, sagen, dass damit all ihre Nachrichtenbedürfnisse befriedigt seien. 50 Prozent suchen regelmäßig einen direkten Zugang zu Nachrichtenmarken, etwa über deren Websites oder Apps.

 

Weiterhin wichtig bleibt der Nachrichtenkonsum über soziale Medien, vor allem für Jüngere. Sie sind für 18 Prozent aller Befragten die Hauptnachrichtenquelle. Auch das lineare Fernsehen bleibt wichtig, insbesondere für Menschen über 55. 60 Prozent geben das Fernsehen hier als Hauptquelle an.

Insgesamt bleibt das Interesse an Nachrichten weiter hoch, so der Bericht. 51 Prozent der Befragten gaben an, äußerst oder sehr an Nachrichten interessiert zu sein. 90 Prozent kommen mehrmals pro Woche mit Nachrichten in Berührung, sei es über Fernsehen, Radio, Zeitung oder Internet.

 

Kritik an Migrationsberichterstattung

Knapp die Hälfte ist der Ansicht, dass man einem Großteil der Nachrichten meistens vertrauen könne. 58 Prozent vertrauen zumindest den Nachrichten, die sie selbst nutzen. Besonders negativ sehen die Befragten die Berichterstattung über das Thema Migration und Einwanderung. Zwei Drittel wünschen sich Nachrichten aus Quellen, die keine bestimmte Meinung vertreten. Nur zehn Prozent wollen Nachrichten aus Quellen, die ihre Meinung teilen, sechs Prozent solche, die ihre Meinung infrage stellen.

 

Für den Reuters Institute Digital News Report wurden im Januar 2026 100.000 Menschen in weltweit 48 Ländern zu ihrer Nachrichtennutzung befragt. Die deutsche Teilstudie wurde vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg durchgeführt. Das Reuters Institute ist eine Forschungseinrichtung der Universität Oxford in Großbritannien und wird unter anderem vom Digitalkonzern Google finanziell unterstützt.

 

 


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