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„Jagd auf Migranten“: ZDF streicht Passage nach Musk-Abmahnung

„Jagd auf Migranten“: ZDF streicht Passage nach Musk-Abmahnung Nun gekürzt … (Screenshot: ZDF)

Nach einer Abmahnung von Elon Musk gab der Sender eine Unterlassungserklärung ab und entfernte eine Passage, die ihn als Mitinitiator von Übergriffen auf Migranten erscheinen ließ.

Mainz (KNA) – Das ZDF hat im Streit um die Sendung „Ausschreitungen in Belfast – Wie Musk die Proteste befeuert“ eine von US-Tech-Billionär Elon Musk geforderte Unterlassungserklärung abgegeben und die Anmoderation des Beitrags gekürzt.


„Wir bestätigen, dass Elon Musk über eine deutsche Anwaltskanzlei eine Unterlassungserklärung zur Anfangsmoderation der Sendung ,ZDFheute live‘ vom 12. Juni gefordert hat“, teilte das ZDF mit. Der Sender habe „diese abgegeben und die fragliche Passage in der Anmoderation entfernt“.


Die Sendung, die über Proteste und Ausschreitungen in der nordirischen Hauptstadt nach der Messerattacke eines aus dem Sudan stammenden Mannes berichtete, hatte durch die Anmoderation den Eindruck erweckt, Musk selbst habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen.


Opfer schwer verletzt
Nach der Attacke am 8. Juni, bei der das Opfer schwer verletzt worden war und nach britischen Polizeiangaben ein Auge verlor, hatte es schwere Ausschreitungen in Belfast gegeben. Dabei sollen teils gezielt Migranten verfolgt und Wohnungen angezündet worden sein.


Nach Polizeiangaben wurde vor allem über Social-Media-Kanäle zu den Protesten aufgerufen. Dadurch sei die Stimmung zusätzlich angeheizt worden. Im Mittelpunkt steht dabei der rechtsextreme britische Aktivist Tommy Robinson, der auf Musks Plattform X gegen einen „weiteren Angriff von Eindringlingen auf unser Volk“ mobilisierte. Angefügt war eine Liste mit detaillierten Terminen für Kundgebungen, die „friedlich und respektvoll“ erfolgen sollten. Musk teilte das Posting und schrieb dazu: „Nur durch wiederholte und laute Proteste wird sich etwas ändern.“


In der ZDF-Anmoderation vom 12. Juni hieß es indes: „Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten: Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“ In der Folge mahnte Musks Anwalt Joachim Steinhöfel den Sender ab. Musk warf dem ZDF „skandalöse Lügen“ vor und kündigte mit Blick auf die geplanten juristischen Schritte an: „Im Laufe des Prozesses gegen sie werden wir genau herausfinden, welcher Idiot diese ungeheuerliche Lüge verfasst hat.“
Einordnungen zu Musks Rolle bleiben


Das ZDF hatte bereits am Samstag die Sendung in der Mediathek mit einem korrigierenden Transparenzhinweis versehen, in dem es hieß, die Anmoderation sei „missverständlich“. Die im weiteren Verlauf des Beitrags getroffenen Einordnungen über Musks Rolle, der immer wieder mit seinen Einlassungen politisch Einfluss nehmen will, blieben hingegen bestehen.


Der Tech-Billionär hatte sich in der Vergangenheit auch in Deutschland mit Wahlaufrufen für die AfD und über X verbreiteten Gesprächen mit AfD-Co-Bundessprecherin Alice Weidel in die politische Debatte eingemischt.

 

 


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