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Kardinal Marx: Regeln für KI zum Schutz von Qualitätsjournalismus

Die großen Social-Media-Plattformen sind die Meinungsmacher unserer Zeit. Informationen – ob wahr oder falsch – werden dort rasant geteilt, KI beschleunigt das noch. Medienbischof Marx mahnt deshalb klare Regeln an.

Bonn (KNA) – Presse- und Medienarbeit muss aus Sicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx besser vor dem Einfluss digitaler Plattformen und Künstlicher Intelligenz (KI) geschützt werden. „Technologische Entwicklungen kann und soll man vielleicht nicht aufhalten, aber sie brauchen Regeln und verantwortliche Gestaltung, und Menschen müssen zu einem souveränen Umgang mit ihnen befähigt werden“, erklärte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch.

 

Entscheidend sei deshalb, diese Technologien im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zu betrachten: „der Förderung von Medienkompetenz und gesellschaftlicher Teilhabe, der Stärkung eines unabhängigen Medienangebots sowie dem Schutz von Meinungsvielfalt“. Marx äußerte sich zum Welttag der Pressefreiheit am Sonntag (3. Mai).

 

Marx: Machtkonzentration der Meinung

Der Medienbischof weist darauf hin, dass sich ein Großteil der digitalen Informationskanäle und Plattformen in den Händen weniger globaler Unternehmen befindet. Diese Machtkonzentration sei eine Gefahr für die Meinungsvielfalt. „Hier sind die einzigen ‚Währungen‘ Aufmerksamkeit und finanzieller Erfolg.“

Hinzu kämen gezielte Anfeindungen gegen Journalistinnen und Journalisten auf den Plattformen, durch die sie eingeschüchtert und ihre Arbeit diskreditiert werden soll. „Umso wichtiger sind klare rechtliche Rahmenbedingungen, die Medienschaffende und ihre Quellen schützen sowie illegale Überwachung unterbinden“, betonte der Kardinal. Die Betreiber der Plattformen stünden in der Pflicht, wirksam gegen Desinformation und Hassrede vorzugehen.

 

KI erhöht Druck auf Medienschaffende

Ein weiteres Problem sieht Marx in der rasanten Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz. „Inhalte können mithilfe von KI in bislang ungekanntem Tempo erzeugt und verbreitet werden – auch für politisch motivierte Desinformationskampagnen. Die Dynamik und die Masse von Informationen lassen einem gründlich arbeitenden Qualitätsjournalismus kaum Zeit, kursierende Inhalte zu prüfen und einzuordnen, und erschweren das Unterscheiden von verlässlichen und manipulierten Inhalten“, mahnte der Kardinal.

 

Zudem wachse durch KI der wirtschaftliche Druck auf Medienhäuser, mit einer gesamtgesellschaftlichen Auswirkung. „Besonders kleinere und unabhängige Medien geraten in eine schwierige Lage, was langfristig zu einem Verlust an Perspektiven und Vielfalt führen kann.“