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ORF-Journalisten starten Protestaktion #nichtmituns gegen Machtmissbrauch und Parteipolitik

ORF-Journalisten starten Protestaktion #nichtmituns gegen Machtmissbrauch und Parteipolitik #nichtmituns

Hunderte Redakteurinnen und -Redakteure des österreichischen Rundfunks wenden sich gegen politische Einflussnahme und Missstände im eigenen Haus. Die Initiative ist privat organisiert – und richtet sich klar an die Führungsebene.

Wien – Hunderte Journalistinnen und Journalisten des ORF protestieren öffentlich gegen Machtmissbrauch, parteipolitischen Einfluss und strukturelle Missstände im Unternehmen. Unter dem Hashtag  #nichtmituns verbreiten sie ihre Botschaften auf Social Media sowie auf einer eigenen Website.
 
Zu den Unterstützern zählen unter anderem Armin Wolf, Nadja Bernhard, Martin Thür, Raffaela Schaidreiter, Karim El-Gawhary und Eva Linsinger. Die Initiative wird ausdrücklich nicht vom ORF getragen, sondern von den Beteiligten selbst organisiert.
 
In den veröffentlichten Statements betonen die Journalistinnen und Journalisten, sie wollten „ihre Arbeit machen“ und nicht mit Skandalen und Fehlentwicklungen in Verbindung gebracht werden, für die sie keine Verantwortung tragen. Auf der Website heißt es, die Ereignisse der vergangenen Wochen hätten viele im Haus „fassungslos gemacht“.
 
Inhaltlich richtet sich die Kritik unter anderem gegen Machtmissbrauch, politische Besetzungen, Parteipolitik im Stiftungsrat sowie „Täterschutz statt Opferschutz“. 
 
Auslöser der Proteste ist die Causa rund um den ehemaligen Generaldirektor Roland Weißmann, die den Höhepunkt einer Reihe von Compliance- und Führungsdebatten im ORF bildet. In den vergangenen Jahren waren wiederholt Vorwürfe gegen Führungskräfte sowie politische Einflussnahmen Thema.
 
Die interimistische Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat Aufklärung angekündigt und einen Transparenzbeirat eingesetzt, der auch frühere Fälle prüfen soll. Die Protestaktion zeigt jedoch, wie stark der interne Druck im Haus inzwischen geworden ist – und wie deutlich sich Teile der Redaktion von den Vorgängen distanzieren.

 

 

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