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Madsack schreibt rote Zahlen – Thomas Düffert bleibt dennoch auf Wachstumskurs

Madsack schreibt rote Zahlen – Thomas Düffert bleibt dennoch auf Wachstumskurs Thomas Düffert (Foto: Wolfgang Koehler)

Deutschlands größter Zeitungskonzern meldet für 2024 einen Jahresfehlbetrag von 9,3 Millionen Euro. Hintergrund sind vor allem hohe Kosten durch Übernahmen und Umbauten. Warum der Konzernchef die Zahlen dennoch vergleichsweise gelassen sehen kann.

Hannover – Wie geht’s der Madsack Mediengruppe?, fragt Chefredakteur Markus Wiegand in seiner  Kolumne „Aus unseren Kreisen“ im aktuellen „kress pro“ und gibt natürlich auch die Antwort:


Der Konzern aus Hannover ist inzwischen die Nummer eins im deutschen Zeitungsgeschäft. Mit der Neuerwerbung der Nordwest Mediengruppe dürfte Madsack in diesem Jahr erstmals die Milliardengrenze bei den Erlösen knacken. Kürzlich veröffentlichte der Konzern seinen Jahresabschluss für 2024. Bei einem Umsatz von 907,3 Millionen Euro meldete Madsack einen Jahresfehlbetrag von 9,3 Mio. Euro. Auf den ersten Blick ist das überraschend, denn Madsack ist der größte Konsolidierer im deutschen Zeitungsgeschäft und eigentlich dafür bekannt, die Kosten im Griff zu haben. Wenn der Konzern rote Zahlen meldet, dann sei das fatal für die Branche, meinte ein hochrangiger Manager aus dem Regionalgeschäft.

 

Dazu muss man wissen, dass der Jahresabschluss von Madsack in mancher Hinsicht untypisch ist, weil das Unternehmen 2024 die DDV Mediengruppe aus Dresden übernommen hat. Beim Umsatz ist die Neuerwerbung seit Mai berücksichtigt, für die hohe Restrukturierungskosten angefallen sind. So bilanziert das Unternehmen insgesamt 22,9 Millionen Euro „Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung“.

 

Ohne diese Einmal-Effekte wäre das Ergebnis wohl um 30 Millionen Euro besser ausgefallen, lässt sich im Hintergrund erfahren. Das EBITDA-Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), das die operative Leistung des Unternehmens besser abbildet, lag 2024 bei 82,8 Millionen Euro, was einer Marge von 9,1 Prozent entspricht.

 

Im Jahr zuvor hatte die EBITDA-Marge bei einem Umsatz von 747,1 Mio. Euro noch bei 10,5 Prozent gelegen.

 

Aus Sicht der Konzern-Geschäftsführung ist „das Geschäftsjahr 2024 insbesondere unter Berücksichtigung der herausfordernden Rahmenbedingungen (zum Beispiel Werbezurückhaltung des Handels sowie gestiegene Aufwendungen durch Mindestlohnanpassungen) sowie der Integration der neu erworbenen Gesellschaften in den Konzern insgesamt gut verlaufen“, heißt es im „Bundesanzeiger“.

2025 wird der Umsatz wohl auf rund 950 Millionen Euro ansteigen, weil die DDV Mediengruppe erstmals voll berücksichtigt wird. Das EBITDA-Ergebnis soll etwa die Höhe des Vorjahres erreicht haben.

 

Für die schwierigen Umstände im Zeitungsgeschäft läuft es bei Madsack also ganz okay. Allerdings zeigt die Bilanz auch deutlich die Herausforderungen für den Konzern, der stark aufs Zeitungsgeschäft setzt. Der wichtigste Umsatzbringer sind mit 37,8 Prozent Vertriebserlöse. Ohne den Zukauf in Sachsen wären die leicht zurückgegangen: „Der Anstieg der digitalen Erlöse konnte den Rückgang im Printgeschäft nicht vollständig kompensieren“, heißt es nüchtern in der Bilanz.

 

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