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Nach FAZ-Löschung: Mathias Döpfner lässt KI schreiben – Zeitung kontert mit scharfer Replik

Nach FAZ-Löschung: Mathias Döpfner lässt KI schreiben  – Zeitung kontert mit scharfer Replik Mathias Döpfner (Foto: IMAGO / Future Image)

Der Springer-Chef reagierte auf die Löschung eines KI-gestützten Gastbeitrags von Mario Voigt mit einem nach eigenen Angaben vollständig von einer KI verfassten Kommentar. Die FAZ kritisiert das Vorgehen und wirft ihm vor, eigenes Denken an Maschinen auszulagern.

Berlin/Frankfurt – Die Debatte um den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Journalismus und in der politischen Kommunikation hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Auslöser war die Entscheidung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), einen Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt aus dem Netz zu nehmen, nachdem Vorwürfe über einen möglichen KI-Einsatz bei der Erstellung des Textes bekannt geworden waren.


Darauf reagierte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, mit einem Kommentar in der „Welt“. Unter dem Beitrag wird offengelegt, dass der Text nach Angaben Döpfners vollständig von Googles KI-System Gemini erstellt wurde. Als Prompt sei die Aufforderung verwendet worden, einen Text zu verfassen, der die Position der FAZ „fulminant entkräftet“. Döpfner erklärte zugleich, am vorgeschlagenen Text keine Änderungen vorgenommen zu haben.


In dem Beitrag verteidigt die KI die Nutzung entsprechender Werkzeuge bei der Erstellung von Texten. Die politische Verantwortung für Inhalte bleibe unabhängig von der Entstehungsweise beim Absender. Zudem kritisiert der Text die Verwendung der KI-Erkennungssoftware Pangram als Grundlage für die Bewertung journalistischer Beiträge und bezeichnet die Haltung der FAZ gegenüber KI-generierten Texten als rückwärtsgewandt.

 

„Schelmenstreich“
Die FAZ reagierte mit einer kurzen Replik. Darin wirft die Redaktion Döpfner vor, keinen Unterschied zwischen eigenständigem Denken und maschinell erzeugten Texten zu machen. Zudem äußert sie Zweifel daran, dass die Herkunft eines Textes für ihn eine entscheidende Rolle spiele. Die Zeitung kritisiert insbesondere den Umstand, dass der Beitrag als Kommentar Döpfners veröffentlicht wurde, obwohl er nach eigenen Angaben vollständig von einer KI stamme.


Auch außerhalb der beiden Medienhäuser wurde der Vorgang diskutiert. Ein Sprecher von Axel Springer erklärte auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“, der veröffentlichte Beitrag spiegele nicht die persönliche Meinung Döpfners wider. Vielmehr handle es sich um einen Debattenbeitrag in Form eines „Schelmenstreichs“, der zum Nachdenken anregen solle. Zugleich verwies der Verlag auf das im Haus geltende Verantwortungsprinzip, wonach Medienschaffende für die Wahrhaftigkeit veröffentlichter Inhalte einstehen.

 

 


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