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Newsroom – Georg Taitl

„Mehr russische Soldaten töten“: „FAZ“ bedauert Formulierung nach Selenskyj-Frage

„Mehr russische Soldaten töten“: „FAZ“ bedauert Formulierung nach Selenskyj-Frage Michael Martens (Foto: Bülend Ürük)

Die Frage des FAZ-Korrespondenten Michael Martens löste heftige Kritik aus. Die Zeitung erklärt den Hintergrund der Äußerung und weist zugleich Drohungen gegen ihren Reporter zurück.

Frankfurt – Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat eine Frage ihres Korrespondenten Michael Martens an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bedauert. Martens hatte bei einer Pressekonferenz in Belgrad gefragt, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine zu helfen, „mehr russische Soldaten zu töten“, berichtet unter anderem welt.de.


Die Pressestelle der FAZ erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. Es sei nicht die redaktionelle Linie der Zeitung, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten.


Nach Angaben der FAZ bezog sich die Frage auf Debatten unter Verteidigungsexperten darüber, wie die russische Armee personell unter Druck gesetzt werden könnte, um Russland zu Friedensverhandlungen zu bewegen. Martens erklärte auf X zudem, seine Formulierung sei eine Anspielung auf ein Winston Churchill zugeschriebenes Zitat aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen.


Das russische Außenministerium reagierte scharf auf die Äußerung und bezeichnete Martens unter anderem als „braunen Propagandisten“. Es warf ihm vor, Russen zu entmenschlichen und Hass gegen Russland zu legitimieren.


Die FAZ wies zugleich auf „Diffamierungen und Drohungen“ gegen ihren Korrespondenten hin. Zur Pressefreiheit gehöre das Recht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz. Die Zeitung kündigte an, gegen Bedrohungen ihrer Mitarbeiter mit juristischen Mitteln vorzugehen.


Die FAZ betonte außerdem, sie trete für das völkerrechtlich garantierte Selbstverteidigungsrecht der Ukraine und für ein möglichst baldiges Ende des russischen Angriffskrieges ein.

 

 

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