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TV vom 20.05.2012

Nach Gottschalk-Debakel: ARD-Gremien fordern mehr Rechte

WDR hatte Rundfunkrat Einblicke in die Verträge verwehrt. Unterdessen kündigt Thomas Gottschalk an, dass er sich nicht nicht beleidigt aus der Öffentlichkeit zurückziehen wolle.

Berlin - Die Gremien der ARD wollen das Scheitern von Thomas Gottschalk im Ersten dazu nutzen, ihre Befugnisse auszuweiten.

Der für "Gottschalk Live" zuständige WDR hatte dem Rundfunkrat des Senders die Einsicht in die Verträge der Show verweigert, da diese nicht durch Gebühren, sondern mit Werbegeldern finanziert wurde. Diese wiederum werden von Tochterfirmen wie der WDR mediagroup eingetrieben, weshalb die Gremien aus Sicht des Senders nicht zuständig sind.

Der Rundfunkrat des WDR lasse nun von der Justitiarin prüfen, ob werbefinanzierte Sendungen tatsächlich anders zu behandeln sind als gebührenfinanzierte, meldet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner neuen Ausgabe.

Sollte das Ergebnis zugunsten des Rundfunkrats ausfallen, hätten ARD-Gremien ab einer bestimmten Summe künftig Einsicht in die Verträge des durch Reklame finanzierten Vorabends.

Für WDR-Sendungen liegt dieser Betrag bei zwei Millionen Euro.

Unterdessen verkündet Thomas Gottschalk im Nachrichtenmagazin Focus, dass er sich nach dem Scheitern seiner Vorabendshow „nicht beleidigt aus der Öffentlichkeit zurückziehen“ woll. Dort sagt er: „Ich habe mir die Nummer schön geredet und war wohl auch eloquent genug, das Konzept der ARD schmackhaft zu machen.“

Verantwortlich für sein Scheitern macht er, dass er sein ursprüngliches Konzept nicht wirklich umsetzen konnte.

Er habe sich etwa zum Geburtstag von Papst Benedikt eine Live-Schaltung zum Oberhaupt der katholischen Kirche vorgestellt, mit dem Publizisten Henryk M. Broder und dessen „Deutschland-Safari“-Partner Hamed Abdel-Samad an der Seite.

Er habe sich als ehemaliger Messdiener mit einem Juden und einem Muslim an der Seite mit dem Papst unterhalten wollen, sagte Gottschalk. Solche Schaltungen seien als zu teuer und kompliziert abgelehnt worden. „Wir haben nicht das gemacht, was ich vorhatte“, beklagte sich der Moderator.

Gottschalk sucht also den Fehler nicht bei sich, sondern bei anderen.

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