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Chefredakteure von "Kommersant-Wlast" wegen Anti-Putin-Foto gefeuert

In ihrer aktuellen Ausgabe hatte das Wochenmagazin unter anderem das Foto eines Stimmzettels veröffentlicht, auf den ein Wähler Schimpfworte gegen Regierungschef Wladimir Putin geschrieben hatte.

 

 

Moskau (dpa) - Nach kritischen Berichten über Fälschungsvorwürfe bei der russischen Parlamentswahl sind die Leiter der renommierten Zeitschrift "Kommersant-Wlast" gefeuert worden. In ihrer aktuellen Ausgabe hatte das Wochenmagazin unter anderem das Foto eines Stimmzettels veröffentlicht, auf den ein Wähler Schimpfworte gegen Regierungschef Wladimir Putin geschrieben hatte.

Vor allem wegen dieses "ethisch fragwürdigen" Bildes seien Chefredakteur Maxim Kowalski und der Leiter der Media-Holding "Kommersant", Andrej Galijew, entlassen worden, teilte der Verlag am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Auch Verlagschef Demjan Kudrjawtsew bot seinen Rücktritt an.

Hauptaktionär Alischer Usmanow nannte die Berichterstattung "nicht hinnehmbar". Der Inhalt der Ausgabe grenze an "Rowdytum", sagte der oft als kremlnah bezeichnete Metallmagnat. Vizechefredakteurin Veronika Kutsylo wies dies zurück. "Das Foto war ein Zitat. Wir gebrauchen keine Vulgärsprache", sagte sie dem Radiosender Echo Moskwy. Der Chef des Journalistenverbands, Wsewolod Bogdanow, warf Usmanow "Zensur" vor. "Kommersant-Wlast" hatte wiederholt mit kritischen Berichten und Fotos für Aufmerksamkeit gesorgt.